Hochaltartabernakel

 
Art: Tabernakel
Bezeichnung:Hochaltartabernakel
Stil: Historismus
Ikonographie


EUCHARISTIESYMBOLE

In frühchristlicher Zeit wurde der Vorgang der Eucharistie nicht dargestellt; Sinnbilder traten an seine Stelle. Diese enthielten Anspielungen auf das Messopfer bzw. Wunder, die damit in Verbindung gebracht wurden wie die Speisung der 5000 oder die Hochzeit von Kana: es sind dies Fische, Brote und Weintrauben oder -ranken. Letztere können auch als Christus in der Kelter verstanden werden - das in der Kelter ausgepresste Blut Christi ist der Trank der Eucharistie. Um 700 gewinnt das Lamm als Symbol des Opfertodes Christi an Bedeutung. Ähren als eucharistisches Zeichen treten ab dem Spätmittelalter auf und sind in der Barockzeit zusammen mit Weinranken häufig auf Paramenten und liturgischen Geräten zu finden. Sie spiegeln Werden, Vergehen und Auferstehen wider. Seit dem frühen Mittelalter tritt auch der Kelch häufig in Erscheinung. Er fängt das Blut bei der Kreuzigung oder vom Opferlamm auf. Oft wird über dem Kelch auch die Hostie in einer Gloriole dargestellt. Ein weiteres Sinnbild ist der Pelikan, der häufig auf Messkleidern oder Tabernakeln zu sehen ist: laut Physiologus öffnet sich dieser mit dem Schnabel die Brust, um mit dem herausströmenden Blut seine Jungen zu nähren. Aus dem Alten Testament werden neben verschiedenen Opferszenen vorwiegend zwei Themen der Eucharistie typologisch gegenübergestellt. Zum einen ist das die Mannalese, zum anderen das Opfer Melchisedeks. Die Verehrung der Eucharistie findet ihre Form im Fronleichnamsfest. Papst Urban VI. machte es 1264 verbindlich für die ganze Kirche. Aus diesem Kult heraus entwickelt sich die Monstranz als Schaugefäß für die Hostie. Als "Panis angelorum" wird die Eucharistie/Monstranz oft von Engeln in Anbetung flankiert. Das Motiv geht auf den Sakramentshymnus des Thomas von Aquin zurück. J.H.