Hl. Maria




Art: Statue

Bezeichnung: Hl. Maria
Stil: Historismus
Ikonographie:

MARIA
THRONENDE MADONNA: Der dominierende Typ des autonomen Marienbildes bildet ab dem 5. Jh. die thronende Madonna mit Christus auf ihrem Schoß. Der Thron war bisher nur Christus vorbehalten, was sich mit den Beschlüssen des Konzils von Ephesos (431) änderte. Die thronende Gottesmutter gilt seitdem als Zeichen dafür, dass der Gottessohn Mensch geworden ist. Seit dem 6. Jh. war diese Darstellung in der ganzen christlichen Welt bekannt. Dieser Urtypus erfährt eine verlebendigte Variation, in der Christus nicht mehr frontal mitten auf dem Schoß sitzt, sondern nun auf Marias linkem Arm oder linkem Knie sitzt.

MARIA LACTANS (GALAKTROPHOUSA) Die stillende Mutter (Maria lactans) bleibt vorerst auf Ägypten beschränkt und geht formal, aber nicht inhaltlich auf das Bild der Isis, die den Horus-Knaben nährt, sowie auf hellenistische Genre-Kunst zurück. Das Lukasevangelium (Lk 11,12) und kirchliche Dichtungen geben dieser Ikonografie eine sichere Grundlage.

MARIA ORANS: Die betende Maria (Maria orans) ist meist ohne Christus dargestellt und steht mit ausgebreiteten, nach oben gerichteten Armen da, in Form der alten Gebetshaltung der Christen (Oranten). Diese Form verbindet Himmel und Erde und entwickelt sich zu einer allgemeinen ikonografischen Formel.

HODEGETRIA: Die stehende Maria mit Christus auf dem Arm ist neben der thronenden Maria das bekannteste Marienbild. Da diese Form nie in szenische Darstellungen aufgenommen wurde, eignete sie sich besonders zur isolierten Darstellung Marias und fand dadurch rasch Aufnahme in die Ikonenmalerei. In Konstantinopel wird diese Darstellung Hodegetria" (nach dem Namen der Kirche ihrer Aufstellung) genannt und gelangte während des Bilderstreits in den Westen. Die Ikone der Hodegetria soll der Legende nach vom Evangelisten Lukas selbst gemalt worden sein. Da die Kirche Hodegetria an der Straße der Karawanenführer lag, wurde Maria als Wegführerin angesehen.

NIKOPOIA (SIEGBRINGERIN) Es ist die stehende oder thronende Muttergottes (auch in Halbfigur) mit dem segnen-den, eine Rolle in der Hand haltenden Christusknaben. Ihre Rechte ruht auf seinen Schultern, die Linke auf seinem Knie. Der Name Nikopoia deutet darauf hin, dass eine Ikone dieses Typus den byzantinischen Kaiser auf seine Feldzüge begleitete.

ELEUSA oder GLYKOPHILUSA (SÜSSKÜSSENDE) Dabei schmiegt sich das Kind zärtlich an die Wange der Mutter. Maria kann dabei stehen, aber auch thronen sowie in Halb- oder Ganzfigur erscheinen. Als Eleusa geht Marias Blick dabei in die Ferne, in Vorahnung um Christi Leid. Die Glykophilusa wendet sich hingegen ebenfalls zärtlich dem Kind zu.

PELAGONITISSA: Ab dem 14. Jh erscheint Maria mit einem spielendem Kind. Dieser Typus geht auf ein nicht mehr existentes Gnadenbild im makedonischen Pelagonia (heute Bitola) zurück. Das Kind sitzt dabei mit dem Rücken zum Betrachter auf Marias Arm und hat den Kopf leicht zurückgeworfen, sodaß man das an das Kinn der Mutter geschmiegte Gesicht des Kindes sieht.