Gnadenbild




Art: Bild

Bezeichnung: Gnadenbild
Stil: Historismus
Ikonographie:

MARIAHILF-BILD
Das Bild stellt die Gottesmutterschaft als zentrales Glaubensgeheimnis dar. Vorbilder für die Gnadenmadonna sind in der Ikonenmalerei zu finden. Die verschiedenen Typen werden von der abendländischen Malerei übernommen, z.B. die Elëusa = die Barmherzige; die Glykophilusa = die "Süß Küssende", die das Kind liebkost. Auch die Verehrung Mariens als Helferin geht auf Byzanz zurück - das dort verehrte Bild (Blachernidissa) wird als "Maria adiutrix" (= Mariahilf-Bild) bezeichnet.
Der Mariahilf-Ruf entstand schließlich im italienischen Wallfahrtsort Loreto zu Beginn des 16. Jahrhunderts mit der "Lauretanischen Litanei", die später durch Papst Clemens VIII. als einzige offizielle Marienlitanei bestätigt wurde.
In der Mariendarstellung gewinnt im 14. Jahrhundert das kleinformatige Andachtsbild neben dem Altarbild zunehmend an Bedeutung. Die Mutter-Kind-Beziehung ist hier von größerem Interesse. In Cranachs Bild ist der Menschgewordene ein nacktes, schutzbedürftiges Kind. Neben dieser Natürlichkeit bleibt aber das Sakrale, Übernatürliche dieser "europäischen Ikone" deutlich spürbar.