Engel




Art: Relief

Bezeichnung: Engel
Stil: Moderne
Ikonographie:

ENGEL
Himmlische Boten gab es bereits in antiken Kulturen (Ägypten, Sumer, Babylon). Im frühen Christentum wird der Engel stets als Mann dargestellt (im Gegensatz zu den weiblichen antiken Victorien), er ist unbärtig und ungeflügelt. Die ersten geflügelten Engel treten wiederum im Osten auf. Im Mittelalter bringt die Kunst der Gotik eine zunehmende Vermenschlichung - Engel nehmen an Affekten teil. Es entstehen auch Motive wie geflügelte Engelsköpfe und der neue Typus des Kinderengels (z.B. Giotto, Arenakapelle in Padua). Diese Putten, die häufig eine Verniedlichung erfahren haben, sind in der Barockkunst von Amor kaum mehr zu unterscheiden.
Engel üben liturgische Funktionen bei der Eucharistie aus - häufig werden sie daher adorierend zu Seiten des Allerheiligsten, des Tabernakels, abge- bildet. Auch als Akoluthen (leuchtertragende Engel) oder mit Weihrauchfass sind sie zu sehen. Weitere Attribute können die Arma Christi sein.
Musizierende Engel tauchen um 1100 im englischen Kunstkreis auf.
Auf das Mittelalter (Pseudo-Dionysius) geht die Einteilung des himmlischen Hofstaates in neun Engelschöre zurück. Diese erscheinen meist in Verbindung mit anderen Themen wie Marientod, Dreifaltigkeit etc. Laut Apg 12,15 hat jeder Mensch einen Engel im Himmel. Daraus entwickelt sich der Schutzengeltypus, der vor allem zur Zeit der Gegenreformation an Bedeutung gewinnt und sich auch im 19. Jh. noch großer Beliebtheit erfreut.